Blasorchester

  • Blasorchester

Klangfusion zum Frühlingsbeginn

Veröffentlichung: NNP (01.04.2025)

Kirchenkonzert des Blasorchesters der TG Camberg im Jubiläumsjahr / Voll besetztes Gotteshaus 

BAD CAMBERG. Für ihr 75. Jubiläum in diesem Jahr hatte sich die Musikabteilung der TG Camberg ein beeindruckendes Programm vorgenommen. Das Publikum sollte auf eine abwechslungsreiche Klangreise mitgenommen werden, passend zum Frühlingserwachen. Und die zahlreich erschienenen Gäste in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul wurden an diesem Sonntagabend nicht enttauscht. Die Bankreihen waren bis zum letzten Platz gefüllt. Wer spät kam, musste auf der Empore Platz nehmen. Dies zeigte schon vor Beginn des Konzertes: Die Bad Camberger identifizieren sich sehr mit „ihrer" Turngemeinde und offenbar besonders mit deren Blasorchester. Eine große Unterstützung und Anerkennung für die - größtenteils - Hobbymusiker.  

Andächtige Atmosphäre in der Pfarrkirche  

Die immer sehr andächtige Atmosphäre in der Pfarrkirche wird gleich mit dem ersten Vortrag dynamisch gebrochen: „Rise Of The Firebird" ist ein fulminantes, fanfarenartiges Konzertstück, das voller Energie und Vitalität den Abend eröffnet. Die eindrucksvollen tiefen Bläserklänge werden dabei erst unterstützt von treibenden Schlagzeugrhythmen. Später hellen die fröhlichen Klänge der Flöten die Stimmung auf. Die Musikabteilung ist an diesem Abend mit 53 Musikern als „sinfonisches Blasorchester" angetreten. Es hat also in erweiterter Besetzung die Unterstützung von Schlagzeug und Schlagwerk sowie einem Kontrabass. Der Unterschied zum klassischen „Sinfonieorchester" auch: die kraftvollen Saxofone. Dirigiert wird von Mathias Müller-Lenz, der das Orchester seit 2018 leitet. Mit der Moderation unterstützt ihn den Abend hindurch Anna Katharina Eufinger. Sie ist am Schlagwerk auch Teil des Orchesters, aber vielen Bad Cambergern als begabte Sopranistin bekannt. Doch heute überzeugt sie vor allem als charmante und eloquente Moderatorin.  

Verschmelzung zu einem Klangkörper  

So erklärt sie zum zweiten Programmpunkt „Klangfusion": die Intention dieses titelgebenden Stückes des Südtiroler Komponisten Armin sei „die Verschmelzung vieler Musikanten zu einem Klangkörper". So wie die von ihm verwobenen Naturmotive aus seiner Heimat sollte ebenso aus den ehemals drei Kapellen eine Einheit entstehen. Und auch die Bad Camberger Musiker stellen dies eindrucksvoll unter Beweis: In den drei Sätzen entsteht beim gemeinsamen Musizieren eine wunderbare Harmonie. Besonders beeindrucken hierbei das kurze stimmungsvolle Saxofonsolo sowie die Hörner der Blechbläser. Es folgen die Stücke „Sunday Market" und das allseits bekannte „Somewhere Over The Rainbow" (von Harold Arlen) aus dem amerikanischen Filmmusical „Der Zauberer von Oz".  

Auch ein Dirigent möchte mal sein Orchester fotografieren: Mathias Müller-Lenz (im Gang der Bad Camberger Pfarrkirche) beim Jubiläumskonzert der Musikabteilung der TG Camberg. Foto: Susanne van Someren  

Beim fröhlichen „Sunday Market" kann man sich tatsachlich den Gang über einen belebten Markt am Sonntagmorgen inklusive erwachender Frühlingsgefühle vorstellen. Und das versierte Querflötenspiel von Elena Schröder im Solo stimmt die Zuhörer optimistisch. Für die darauffolgende Ouvertüre „Spring" (Frühling) hatte der Komponist Johan de Meij zwei schwedische Volkslieder verarbeitet. In der Pfarrkirche wird das anspruchsvolle Stück wuchtig und mit spannender Instrumentierung präsentiert. Beeindruckend der darin integrierte Gesang von Anke Hartmann. Es schließen sich zwei Stücke an, für die aus dem Orchester eigens zwei kleinere Ensembles gebildet wurden. Die „Jungen Musiker und Musikerinnen" erledigen ihre Aufgabe schon mit Bravour und sind danach sichtlich erleichtert. Die drei Routiniers Elena SchröderHannah Schreiber (Klarinette) und Daniel Beeg (Klavier) überzeugen kammermusikalisch mit virtuoser Technik und ihrem fast makellosen Spiel.  
Die Stücke „Windjammer", dirigiert von der Saxofonistin Selina Rösner, und „May The Road Rise" irisches Volkslied) stimmen hoffnungsvoll. Und nach einem fröhlichen Abschluss mit der Zugabe „Morning Has Broken" geht das Publikum, ordentlich mit Frühlingsenergie aufgeladen, nach Hause. Die Musikabteilung der TG Camberg war und ist mit großer Leidenschaft und Spielfreude bei der Sache und hat ihre Qualität als sinfonisches Blasorchester eindrucksvoll bewiesen.

Susanne van Someren

Erstellt am 02.04.2025 von Redaktion